Über Mich

Ich heiße Nicole Oster, bin 19 Jahre alt und aus dem wunderschönen Kirchberg im Hunsrück. In meiner Freizeit bin ich gerne draußen in der Natur, fotografiere, lese viel und gerne, treffe mich mit Freunden und engagiere mich in unserer Jugendkirche „Crossport to Heaven“.

Ab August werde ich für 13 Monate nach Parnaiba, Brasilien gehen und dort einen Freiwilligendienst leisten. Parnaiba ist eine relativ große Stadt an der Atlantikküste Nord-Ost-Brasiliens. Dort arbeite ich im "Centro Social Sao Claudio", einem Kindergarten. Das Centro ist ein "Projeto Social" der Diözese Parnaiba.

Viel Spaß beim lesen! :)

Dienstag, 18. November 2014

Vom Aufstehen und Fallen

"Wer zählt die Tränen wenn du weinst, was macht das Licht wenn´s grad nicht scheint..."

Am Samstag würde ich 3 Monate in Brasilien sein. "Würde"?-Ja "würde".
Am Freitag fliege ich zurück nach Deutschland und beende somit meinen Freiwilligendienst.
Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, mit meiner Mutter, Freunden, meinem Mitfreiwilligen, meinen Chefs hier und in Deutschland gesprochen. Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, dass ich meinen Freiwilligendienst hier fortsetzen kann, sind aber letztlich zu dem Schluss gekommen, dass es das beste ist, wenn ich nach Deutschland zurückkehre.
Nun fragt ihr euch sicher warum, denn am Anfang war doch alles gut.
Ja, am Anfang war alles gut. Aber das war ja auch der Anfang.

Auf dem Volute-Seminar hatten wir einen interessanten Vortrag unter dem Titel „Interkulturelle Kommunikation“, während dem wir auch die verschiedenen (Gefühls)Phasen des Freiwilligendienstes behandelt haben.

Am Anfang ist man in den Flitterwochen, man sieht alles durch die rosarote Brille, ist fasziniert von den Leuten, der Sprache, der Kultur, den Früchten, rennt mit offenen Augen und Ohren in der Gegend rum-alles ist super.
Doch nach einiger Zeit kehrt die Realität und mit ihr die Schwarzbrotphase ein.
Man bemerkt die Probleme, man merkt, was anders ist als in Deutschland, man fängt an sich daran zu stören, man fangt an, Gewohnheiten der anderen Kultur, als nervig zu empfinden, obwohl man sie vor ein paar Wochen noch faszinierend man, man leidet unter dem bekannten Kulturschock.

Diese Phase habe ich jetzt erreicht und mein Ausweg aus dieser Phase lautet Rückkehr nach Deutschland.

So leid es mir auch tut, so ungern ich meine kleinen, süßen, nervigen Kindergartenkinder verlasse, so sehr ich auch die Früchte, den Strand, den dauerhaften Sommer vermissen würde, habe ich eingesehen, dass es das beste für SoFiA, für die Diözese Parnaiba und vor allem für mich ist, wenn ich zurückfliege.

Also packe ich jetzt meinen Koffer, esse in meinem letzten Tagen noch gaanz viele von den leckeren Früchten hier und freue mich aufs Backen & Kochen, auf meine Kamera, auf meine Winterpullis, und natürlich auf meine Familie und Freunde.

Tchau Brasil, hallo Deutschland!

P.S. Genaueres über meine Gründe und auch noch einiges Interessantes über Brasilien gibt es, wenn ich wieder in Deutschland bin.